ANON Blockchain Summit: Gehört Blockchain reguliert?

Auf Österreichs ersten Blockchain-Event „ANON“ unterhielten sich mehrere Blockchain-Enthusiasten über die Frage, ob und wieso die Regulierung von Blockchain notwendig ist. Dabei kamen einige spannende Dinge heraus.

Am 2. April startete das ANON Blockchain Summit, eines der größten Events für Blockchain, in Wien. Eine Frage, die in einer der Diskussionen behandelt wurde, war unter anderem, ob Blockchain-Regulierungen nötig sind.

Es stellte sich einerseits heraus, dass Regulierungen der Branche helfen können zu wachsen und den Privatanwendern sowie Firmen die Rechtssicherheit geben, die sie brauchen. Auf der anderen Seite kann aber eine Regulierung die Entwicklung in einem Land sehr verlangsamen.

Blockchain ist eine wachsende Technologie

Niklas Schmidt, Partner bei Wolf Theiss, äußerte seine Skepsis gegenüber der Einführung von neuen Sachen in das bestehende System. Vor allem, weil es sich bei Blockchain um eine Technologie handelt, die sich schnell weiterentwickelt.

Erst vor kurzem hat Schmidt sein Buch „Kryptowährungen und Blockchains“ herausgebracht. Keine Woche später wollte er bereits ein neues Detail in sein Buch hinzufügen – so schnelllebig ist die aufkommende Technologie. Selbst wenn die Regierung die Blockchain regulieren sollte, bedarf es schon morgen ganz andere Aspekte und Fortschritte die reguliert gehören.

Als weiteres Beispiel nennt er Liechtenstein, das statt Blockchain den Begriff „Vertrauenswürdige Technologie“ verwendet. Dies hat den einfachen Grund, da sich in Sachen Blockchain alles von einem auf den anderen Tag ändern kann.

Mehr Fokus auf Bildung statt Regulierung

Daniel Horak, Mitbegründer der Crowdinvesting Plattform „CONDA“, ist der Ansicht, dass Bildung in erster Linie wichtiger sei, als Regulierung selbst. Denn mit aufgeklärten Menschen passieren seltener Fehler. Dies könnte wiederum den Aufwand strenger Regulierungen, wie man sie in einigen Ländern kennt, bis zu einem gewissen Grad reduzieren.

Auch Schmidt betont die Unwissenheit einiger:

„Sehr oft wurden Gesetzte eingeführt, weil einigen sehr dummen Menschen, die in einem ICO einkauften, etwas wirklich Schlimmes passiert ist. Dann will natürlich jeder etwas dagegen tun. Aber ich denke, man muss einen ruhigen Kopf bewahren und sich fragen, ob das wirklich ein großes Problem ist oder etwas, das nur eine Minderheit von Menschen betrifft“.

In diesem Punkt stimmte auch Christian Piska, Gründer von Smartblockchain und Spezialist auf EU Recht, zu. Er machte ebenfalls darauf aufmerksam, dass von den ganzen Skandalen, die bei ICOs auftreten, immer Menschen betroffen sind, die nicht wussten, was sie taten.

Regulierung von Blockchain ist sinnlos, wenn die Menschen nicht wissen was sie tun, so Piska:

„Man wird NIE in der Lage sein, Menschen zu schützen, die nicht wissen, was sie tun. Es ist auch ganz egal, wie viele Blätter und Formulare sie unterschreiben. Regulation wird dabei nichts nützen, denn das Ergebnis könnte sogar das gleiche sein.“

Nicht einheitliche Regulierung sei Schwachsinn

Neben der benötigten Bildung wurde von Horak zudem erwähnt, dass Regulierung in einem einzigen Land oder in der Europäischen Union „totaler Bullshit“ sei. Denn sollte jemanden die Regulierung in der EU nicht passen, kann man innerhalb von kürzester Zeit auf einen anderen Kontinent fliegen, wo ganz andere Gesetze gelten. Dies ist auch einer der Gründe, wieso viele Blockchain Unternehmen auswandern, da sie sich ein passendes Land mit passenden Gesetzen suchen.

Laut Horak könnte eine zu strenge Regulation für uns am Ende ein Problem darstellen, da andere Länder und Nationen uns einholen werden. Folglich werden wir in der Mitte der Entwicklung stehen bleiben oder durch zu harte Regulierung den Anschluss verlieren. Vielleicht gibt es deswegen kein Unternehmen innerhalb der EU, das in den Top 10 Unternehmen weltweit ist.


Nachrichtenquelle:
Anon Blockchain Event

Bildquellen:
© Decentralbox – Titelbild

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