Bitcoin Börse schließt ohne ihre Schulden zu begleichen

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Es passiert einfach zu oft: Nächste Krypto-Börse ist wohl nicht in der Lage 71 bis 132 Millionen Dollar an seine Nutzer zurückzuzahlen.

Vor kurzem gab der Gründer der chinesischen Exchange FCoin, Zhang Jian, bekannt, dass das Unternehmen geschlossen wird und die Exchange nicht in der Lage sein wird, die Summe zu begleichen, die sie ihren Nutzern schuldet. Die Höhe der Schulden liegt zwischen 7.000 und 13.000 BTC (derzeit etwa 71 bis 132 Millionen Dollar). Die Börse sei weder gehackt noch sei es ein Exit-Scam, behauptet Jian. Stattdessen ist das Problem auf Daten- und Entscheidungsfehler zurückzuführen, die „ein wenig zu kompliziert sind, um es in einem einzigen Satz zu erklären“.

Nach der Einführung im Mai 2018 konnte FCoin durch ein neues Geschäftsmodell namens „Trans-fee Mining“ ein beachtliches Handelsvolumen aufbauen. Anstatt einen Airdrop oder ein ICO zu starten, verteilte die Börse 51% ihrer eigenen FT-Token durch die Rückerstattung von Transaktionsgebühren. Jede Transaktionsgebühr, die ein Nutzer zahlte, wurde ihm zu 100% in Form von FT-Token erstattet. Auf diese Weise ermutigte die Börse zu häufigen Transaktionen.

Im Juni 2018 erreichte das tägliche Handelsvolumen der Börse über 5,6 Milliarden Dollar und stellte damit die damaligen Top-10-Börsen auf CoinMarketCap in den Schatten. Zu dieser Zeit war die Plattform jedoch nicht in der Lage, eine solide technische Plattform aufzubauen, die den Hype aufrecht erhalten könnte, räumte Zhang in dem Blogbeitrag ein. Gegen Mitte des Jahres 2018 ging der Preis der FT-Token stark zurück und rief zunehmende Kritik aus der Community hervor.

Um die Ängste der Nutzer zu unterdrücken, beschloss Zhang, Firmengelder sowie alle persönlichen Gewinne für den Rückkauf von den FT-Token zu verwenden. Da jedoch einige Nutzer das schwache Backend-System von FCoin ausnutzten, um mehr Dividenden zu erhalten, zog der Rückkauf die persönlichen Mittel des Unternehmens und des Teams weiter in Anspruch, bis die FCoin-Plattform vor kurzem stillgelegt wurde. Der Gründer sagte, er werde weiterhin Auszahlungsanträge per E-Mail bearbeiten und erwarte, dass der Prozess noch 2 bis 3 Monate andauern werde. In der Zwischenzeit plant Zhang „neu anzufangen“ und versprach, die Gewinne aus seinen neuen Projekten zu nutzen, um „alle für ihre Verluste zu entschädigen“.