Lightning Network

Zahlreiche Krypto-Enthusiasten haben bereits vom Lightning Network gehört, jedoch wissen sie nicht, was sich genau dahinter versteckt. Im folgenden Artikel klären wir kurz und bündig auf, was denn genau hinter dem großen Skalierungsprojekt von  Bitcoin steckt.

Dies ist ein Gastartikel. Decentralbox übernimmt keinerlei Haftung für die Richtigkeit bzw. den Inhalt dieses Artikels.

Was genau ist das Lightning Network?

Das Lightning Network ist eine Skalierungsmöglichkeit für die Bitcoin Blockchain. Man ist nicht länger limitiert auf 7-15 Transaktionen pro Sekunde und man kann durch Lightning die Transaktionsgebühren auf fast Null herunterschrauben. Damit hat man zwei wichtige Kritikpunkte vom Bitcoin-Netzwerk gelöst.

>> Erfahre mehr über Bitcoin (BTC)

Ein einfaches Beispiel zur Veranschaulichung

Stell dir vor du bist in einem Raum mit 100 Personen. Jede Person steht für eine Bitcoin Full Node. Damit eine Zahlung von statten geht, müssen mind. 51% der Teilnehmer, also im Beispiel 51 Personen im Raum wissen, dass dieser Zahlungsaustausch vorgenommen wurde. Sobald diese 51% Mehrheit davon in Kenntnis gesetzt wurde, wird die Transaktion in die Blockchain übernommen. Damit dies geschieht, benötigt jede Person bzw. Node ein wenig Zeit zur Verifizierung der getätigten Transaktionen. Das ist die Limitierung.

Nun könnte man jedoch folgendes machen. Ich schnappe mir eine Person aus der Gruppe und verlasse mit ihr den Raum. Wir gehen ein, zwei Bier trinken, das macht man gerne in unseren Breitengraden. Zuvor gebe ich jedoch den übrigen 99 Personen Bescheid, wen von den 100 Personen ich genau mit herausgenommen habe und wie viele Bitcoins wir insgesamt mitgenommen haben.

Wir trinken also zu zweit viele Biere und je nachdem wer die Runde Bier für beide bezahlt (z.B. in Euro), bekommt einen Ausgleich in Bitcoin von der anderen nicht an der Bar zahlenden Person. Wir tauschen also Transaktionen die ganze Zeit zwischen uns beiden hin und her, weil immer ein anderer an der Bar zahlt und wir uns gegenseitig nichts schulden wollen. Dabei legen wir eine Transaktionsgebühr fest. Wir kennen uns schon länger, deswegen legen wir die Gebühr auf 0 BTC fest. Über unsere Transaktionen informieren wir niemand anderen. Das bleibt unter uns. Wir trinken viele Biere, machen viele Transaktionen, es gibt praktisch kein Limit. Stell dir vor, die beiden Personen wären Computer und tauschen Millionen Transaktionen miteinander aus.

Es entsteht also eine unheimliche Skalierung bei extrem geringen Transaktionsgebühren.

Irgendwann kommen die eine Person und ich zurück in den Raum mit den anderen 99 Personen – leicht angetrunken.

Was wir nicht können ist zu sagen, dass wir mehr Bitcoin haben als zuvor. Wir dürfen maximal gleiche Anzahl an Bitcoins in den Raum zurückbringen. Dies wird über sogenannte “multi-signature time locks” im Raum geprüft. Das überprüfen selbstverständlich auch alle anderen Personen im Raum, um einen Betrug zu verhindern.

Das Lightning Netzwerk ist also lediglich dazu geeignet, den Austausch von Werten von zwei Personen untereinander zu protokollieren, ohne dass sich das Gesamtvermögen der beiden ändert.

Wie sieht Lightning in der Zukunft aus?

In Zukunft wird es voraussichtlich so sein, dass wir große Transaktionen über die gesamte Blockchain abwickeln, über die jeder informiert wird. Das Taxi jedoch könnte über ein Lightning Channel laufen, sodass es jeden Meter genau abrechnet und nach der Fahrt all die Transaktionen in die Haupt-Blockchain wieder eingliedert. Kleine Transaktionen werden also tendenziell über das Lightning-Netzwerk abgewickelt und es werden Microtransaktionen ermöglicht.

Eine beispielhafte Anwendungsmöglichkeit von Lightning

Keiner will bei den größeren Zeitungen ein Abo abschließen, um nur einen einzigen Artikel zu lesen. Die Lösung könnte es sein, dass jeder Besuch auf einer Website ein Lightning Channel ist.

Man bezahlt dann nur genau so viel, wie man letztendlich auch liest. Beispielsweise einen Satoshi pro Absatz. Weil im Lightning Netzwerk die Transaktionsgebühren so gering gewählt werden können, ist dies machbar. Nach dem Lesen wird der Channel geschlossen und in die Haupt-Blockchain integriert.

Die Mikrozahlungen wurde also durchgeführt für einen Service, ohne dass das Bitcoin-Netzwerk Limitierung wie Gebühren oder Geschwindigkeit auferlegt hat.

Ein Restrisiko existiert bei Lightning

Derzeit kann es noch zu Problemen kommen, z.B. wenn ein Trinkpartner (oder ein Lightning Channel Partner) die andere Person betrügen will.

Sobald die eine Person ein paar Satoshi von der anderen Person erhalten hat, ohne das Bier an der Bar zu bezahlen, so könnte er den Lightning Channel schließen und mit Profit aus dem Trinkabend gehen. Bisher sind solche Szenarien weitestgehend gelöst, jedoch muss die Lösung zu 100% sicher sein, wenn Milliarden an Bitcoins über Lightning abgewickelt werden. In diesem Bereich wird derzeit noch gecoded und getestet.

Besonderheiten des Netzwerkes

Alle Transaktionen innerhalb des Lightning Channels werden privat durchgeführt. Es garantiert also die Privatsphäre und findet nicht auf der öffentlichen Blockchain statt.

Lightning wird bereits von Litecoin genutzt. An einer ähnlichen Implementation arbeitet derzeit auch Ethereum mit “Raiden” und IOTA führte bereits 2017 das Flash Channel Modul ein.

Das Lightning Netzwerk steht noch am Anfang

Derzeit befindet sich das Netzwerk in der Beta-Phase. Täglich stoßen neue User hinzu, sodass schon jetzt mehrere Millionen an Euro (in Bitcoin) in Lightning Channels transferiert werden. Nichtsdestotrotz gibt es noch wenige Wallets und Anknüpfpunkte. Statistiken zum Stand des Netzwerks können bei 1ML eingesehen werden.

Derzeit wird das Lightning Netzwerk von drei Teams implementiert. Das führende Team ist das Blockstream Team. Zudem gibt es noch Bitcoin Core Developer sowie auf open-source spezialisierte Entwickler-Firmen.

Informationsquelle: © Wikipedia, bitcointalk.org