Second-Layer

Wie der Name von Second-Layer vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine zweite Ebene bzw. zweite Schicht eines Netzwerks. Second-Layer-Lösungen erweitern meist die Basis bestehender Blockchain-Netzwerke.

Bei Second-Layer-Lösungen handelt es sich um Projekte, Plattformen, Netzwerke und Protokolle, die auf der Basis-Blockchain „liegen“ und versuchen, die Technologie und die Benutzererfahrung zu verbessern.

Eine Blockchain kann mit einer Second-Layer-Lösung um Funktionen und Eigenschaften erweitert werden, ohne dass die Basis-Blockchain ein Soft-Fork oder Hard-Fork durchführen muss.

Bekannteste Second-Layer-Lösung

Die bekannteste Second-Layer-Lösung ist das Lightning-Netzwerk vom Bitcoin. Hier soll in einer zweiten Ebene (visuell vorgestellt), das Bitcoin-Netzwerk erweitert werden, sodass Micro-Transaktionen möglich sind.

Micro-Transaktionen können auf der jetzigen Version der Bitcoin-Blockchain nicht bewältigt werden. Die Transaktionsgebühren würden dies unmöglich machen. Das Basis-Netzwerk vom Bitcoin könnte außerdem schnell überlastet werden, wenn viele kleine Transaktionen getätigt werden.

Mit einer Second-Layer-Lösung könnte man nun eine zweite Schicht auf dem Bitcoin Netzwerk erstellen, die sich genau auf solche Micro-Transaktionen fokussiert und dieses Problem löst. Dabei kommuniziert die zweite Schicht, in diesem Fall das Lightning Netzwerk, mit der BTC-Basis-Blockchain. Doch erst, wenn ein „Zahlungs-Kanal“ geöffnet oder geschlossen wird.

Beispiel Lightning Netzwerk als Second-Layer

Beim Aufmachen eines „Payment Channels“ im Lightning Netzwerk wird eine Kommunikation zur BTC-Basis-Blockchain erstellt. Hier wird die erste Transaktion getätigt, beispielsweisen indem 10 Bitcoins „gesperrt“ werden. Der Betrag von 10 BTC dienen als Absicherung, sodass keine imaginären Bitcoins in der zweiten Ebene gehandelt werden können. Ein „Zahlungs-Kanal“ wird erstellt.

Nehmen wir an, dass im Zahlungs-Kanal, in der zweiten Ebene, 1 Millionen Transaktionen getätigt werden. Diese hohe Menge an Transaktionen werden nicht auf der Basis-Blockchain aufgezeichnet. Die Basis-Blockchain weiß also nicht, wie die Bitcoins im Zahlungs-Kanal, auf der zweiten Ebene, hin und her geflossen sind. Cent Beträge können in „Lichtgeschwindigkeit“ günstig überwiesen werden, da alles in der zweiten Schicht stattfindet und nicht jede Transaktion auf der Basis-Blockchain aufgezeichnet wird.

Erst beim Schließen des „Payment Channels“ wird eine weitere Kommunikation zu der Basis-Blockchain und somit die zweite Transaktion erstellt. Es werden also maximal zwei Transaktionen in der Basis-Blockchain verewigt und nicht 1 Millionen Transaktionen, die in der zweiten Schicht stattgefunden haben. Durch die Second-Layer-Lösung entsteht ein enormer Vorteil, nämlich der, dass Transaktionen sicher, schnell und günstig getätigt werden können, ohne die Basis-Blockchain unnötig zu belasten.

Hinweis zum Beispiel:
Dieses Beispiel ist eine stark vereinfachte Version des Lightning Netzwerks, damit Anfänger den Begriff „Second-Layer“ leichter verstehen können.