Bitcoin soll schneller und anonymer werden – Updates stehen bevor

BTC soll ein Update erhalten, das für Anonymität und mehr Schnelligkeit sorgt.
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Eine der wichtigsten Verbesserungen des Bitcoin-Protokolls ist in dieser Woche der Umsetzung einen großen Schritt näher gekommen.

Viele neue Bitcoin-User denken am Anfang ihrer dezentralen Reise, dass der Bitcoin anonym ist. Das stimmt aber nicht. Bitcoin ist pseudoanonym. Sobald man von jemanden die Bitcoin-Adresse kennt, kennt man auch seine Transaktionen und kann diese verfolgen. Von Anonymität sind wir weit entfernt. Doch das das neue Update Taproot/Schnorr könnte das Problem lösen und für mehr Anonymität sorgen.

Taproot/Schnorr ist eines der am meisten erwarteten Entwicklungen für das Jahr 2020. Es ist eine wichtige technologische Änderung für den Bitcoin und ist laut den Entwicklern sogar „fast fertig“ – ein bemerkenswertes Update, das fast zwei Jahre nach seiner Einführung kommen soll. Der Taproot/Schnorr-Vorschlag wurde als eine Serie von Bitcoin Improvement Proposals (BIPs) 340, 341, 342 veröffentlicht.

Die Arbeit an Bitcoin wird fast ohne Unterbrechung durchgeführt. Eine solche Innovation durchläuft bestimmte Schritte, die manchmal organisch miteinander verflochten sind:

  1. Die Gemeinschaft spricht und arbeitet an einer möglichen Verbesserung.
  2. Wenn es konkret genug geworden ist, wird ein offizieller Vorschlag unterbreitet:
    Ein Bitcoin Improvement Proposal (BIP) entsteht.
  3. Das Feedback zum BIP folgt aus dem Bitcoin-Ökosystem.
  4. Wenn ein Konsens über den Vorschlag erreicht wird, wird er (technisch) im Protokoll von Bitcoin umgesetzt.
  5. Nach eingehender Prüfung und Erprobung der Entwicklungen wird das neue Protokoll im Netzwerk aktiviert.
  6. Von diesem Zeitpunkt an können die Dienste die Änderung der Benutzer-zentrierten Software umsetzen.

Nur ein begrenzter Teil aller Ideen erreicht die Ziellinie. Zum Beispiel, weil es keine Unterstützung für eine vorgeschlagene Änderung gibt. Im Falle von Taproot ist dies jedoch nicht der Fall – dieser Vorschlag ist bereits bei Schritt 3 angekommen.

Was ist Taproot?

Taproot stellt eine der bisher wirkungsvollsten Verbesserungen von Bitcoin dar. Sie enthält tatsächlich drei technische Änderungen: Schnorr-Signaturen, Taproot und Tapscript. Gemeinsam machen sie Folgendes möglich:

Verbesserungen der Anonymität bzw. Fungibilität:
Obwohl das Upgrade nicht auf den Datenschutz ausgerichtet ist, wird es die Fungibilität von Bitcoin verbessern – die wesentliche Eigenschaft von Geld, wobei jede einzelne Einheit nicht von anderen Einheiten unterscheidbar ist. Mit Taproot sehen alle Transaktionen gleich aus und es kann kein Unterschied gemacht werden zwischen einer Zahlung an eine öffentliche Adresse oder an eine Smart-Contract-Adresse, wie ein Kanal im Lightning Netzwerk. Dies minimiert die digitalen Fingerabdrücke, die bei jeder einzelnen Transaktion hinterlassen werden und macht das Zahlungsnetzwerk undurchsichtiger und weniger anfällig für Zensur.

Verbesserungen der Skalierbarkeit:
Anwendungen, die mehrere Schlüssel zur Autorisierung einer Transaktion verwenden (Multisig), können erhebliche Kosteneinsparungen erwarten, da sie die Daten effizienter nutzen. Darüber hinaus wird die Validierung von Blöcken wesentlich schneller (bis zum ~2,5-fachen der aktuellen Geschwindigkeit).

„Warum wurde dies nicht von Anfang an genutzt?“, ist eine Frage, die einem in den Sinn kommen könnte. Ein Grund dafür könnte sein, dass Satoshi Nakamoto diese Lösung ignoriert hat, weil sie in den Vereinigten Staaten patentiert wurde. Dieses Patent ist jedoch inzwischen ausgelaufen und steht für die Verwendung im Bitcoin-Netzwerk frei.

Entwickler sind überzeugt von der Lösung

Bislang scheint Taproot von den Entwicklern einstimmig angenommen zu werden und es gibt nur wenige Hindernisse für seine Aktivierung im Netzwerk. Wann genau dieser Moment eintritt, ist noch unbekannt: Die endgültige Entscheidung liegt beim Ökosystem. Die Verwaltung von Bitcoin ist dezentralisiert. Es gibt keine Führungskraft, die über die Umsetzung einer vorgeschlagenen Änderung entscheidet. Nur wenn alle zustimmen, erreichen Innovationen den äußeren Rand des Ökosystems: die Nutzer.