BRAVE Browser: Könnte dieses neue Projekt Brave das Licht ausknipsen?

Das wird Brave nicht freuen: Das Unternehmen „GAB“ erstellt seinen eigenen Webbrowser mit Braves Open-Source-Code, verschrottet den BAT-Token und ersetzt ihn durch Bitcoin, der dort das Lightning Netzwerk verwenden soll.

Wenn man den Gerüchten Glauben schenken kann, wird GAB’s neuer Browser den Basic Attention Token nicht verwenden und stattdessen auf Bitcoin setzen. Darüber hinaus erwähnte ein Sprecher von GAB auch, dass der Browser eine Reihe von Add-ons aus der bestehenden Benutzeroberfläche von Brave entfernen wird. Stattdessen bleiben Funktionen wie das Standard-Anzeigen- und Tracker-Blockiermodul und der Zugriff auf Tor erhalten.

Der CEO von GAB, Andrew Torba, sagte:

Die Idee ist, einen Browser, Marktplatz und App Store für die freie Meinungsäußerung zu entwickeln, der mit dem freien Geld, Bitcoin, betrieben wird … Wir arbeiten auch an der Integration von dem Lightning Netzwerk mit einem sehr einflussreichen Unternehmen, haben aber noch keine öffentlichen Bekanntmachungen dazu. (Frei übersetzt)

Das Ziel von Torba ist es, einen Webbrowser zu entwickeln, der sich der Kontrolle aller multinationalen Unternehmen mit Sitz im Silicon Valley entzieht und komplett frei ist. Wenn man bedenkt, was Brave noch für große Schwachstellen hat, ist sein Vorhaben gar nicht so verkehrt und könnte sogar den Brave Browser komplett überflüssig machen.

Was ist GAB und wieso tun die das?

GAB ist ein soziales Netzwerk, das auf die freie Meinungsäußerung ausgerichtet ist. Aufgrund des umstrittenen Rufs von GAB, unerwünschte Inhalte zu hosten, hat es sich für GAB als schwierig erwiesen, einen Dienstleister zu finden, der bereit ist, ihre Dienste zu hosten. Google und Mozilla haben GAB’s „Dissenter*“ Plugin bereits aus ihren Diensten herausgeworfen.

Jetzt sucht das Social Media Netzwerk nach einem weiteren kreativen Weg, um sich dem Schweigen zu widersetzen. Die Plattform hat sich daher dazu entschlossen, eine eigene Fork-Version des Webbrowsers Brave zu erstellen, der seinerseits auf Chrome-Open-Source-Code (Chromium) basiert, um seine Interpretation der freien Meinungsäußerung aufrechtzuerhalten.

* Dissenter ist eine Browser-Erweiterung, die am 26. Februar veröffentlicht wurde und es jedem ermöglicht, Kommentare zu URLS zu hinterlassen. Benutzer geben einfach ihren Kommentar ein und klicken auf „Dissent this“, das dann mit der angegebenen URL verknüpft ist.

Brave hat ein großes Problem

Der Browser Brave sollte eigentlich den Usern die Kontrolle über ihre Daten zurückgeben. Indem User Werbung und Inhalte freiwillig ansehen können, werden sie Teil des Marketing-Ökosystems und verdienen pro gesehene Werbung auch etwas mit. Der Reward wird mit dem hauseigenen BAT-Token ausbezahlt.

Doch hier beginnt schon das erste Problem. Wieso wird ein selbst erstellter Token verwendet, statt das freie Geld des Volkes „Bitcoin“ zu verwenden? Warum verdient die Firma hinter BAT und Brave bei jeder Anzeige soviel mit? Die Gefahr, das Brave (wenn es erfolgreich ist) zu einem Monopol in der Anzeigen-Branche heranwächst, ist sehr groß.

Dann gibt es noch das Problem, der Wallet. Diese wird über den Dienstleister „Uphold“ verwaltet. Man kann seine BAT-Wallet nicht einfach woanders importieren. Außerdem kennt man seine eigene Wallet Adresse nicht und kann auch seine Brave nicht Weiterversenden. Doch mit einer heftigen Verifizierung bei Uphold kann man 1-mal im Monat, seine BAT auszahlen lassen. Der Sinn und Zweck einer digitalen Währung gehen mit einer monatlichen Auszahlung vollkommen flöten…

In sozialen Netzwerken werden immer öfter diese Probleme von Brave und BAT angesprochen. Wenn Brave hier nicht nachbessert und GAB’s neuer Browser diese Probleme löst, ist es für den User einfach, den neuen Browser mit einer einzigen Installation zu wechseln und für immer den Brave Browser zu schließen.


Nachrichtenquelle:
bitcoinist.com
bitcoinexchangeguide.com
decryptmedia.com

Bildquellen:
#204099964 – © Photocreo Bednarek / Fotolia.com – Titelbild

3 Kommentare

  1. Gab ist im Übrigen kein soziales Netzwerk, das auf „freie Meinungsäusserung“ aus ist, sondern ein Netzwerk der Neonazi-Bewegung. Es geht darum, Hasspostings, Falschinformationen, Aufrufe zu Straftaten und Verabredungen zu solchen unzensierbar zu machen. Gründer sind im Umfeld des KKK und der Alt Right zu finden. Nicht rechtsextreme Standpunkte kommen bei gab.ai faktisch nicht vor.

    • So ein Unfug!
      Und selbst falls es so sein sollte, Meinungsfreiheit ist nunmal nur dann Meinungsfreiheit, wenn jeder seine Meinung frei sagen darf.

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