Einführung einer Metall unterlegten Kryptowährung

Berichten zufolge wird der Schweizer Vermögensverwalter und Rohstoffhändler Tiberius Group AG eine durch verschiedene Metalle hinterlegte Kryptowährung einführen. Der Beginn des 215 Milliarden Dollar Projekts soll bereits am 1. Oktober sein.

Der in diesem Zusammenhang bevorstehende Coin soll als Unterlegung sieben verschiedene Metalle haben (Kupfer, Gold, Silber, Aluminium, Zinn, Kobalt, Platin und Nickel). Ziel ist es dabei vor allem den Investoren die nötige Sicherheit zu geben, welche durch die Hinterlegung begrenzter Rohstoffe durchaus gegeben ist.

Der Vorstandsvorsitzende von Tiberius Group AG, Giuseppe Rapallo, sagt in einem Interview:

Das wird dem Coin eine Diversifizierung verleihen, die ihn stabiler und attraktiver für Investoren macht.

In diesem Kontext ist es kein Zufall, dass ausgerechnet diese Metalle ausgewählt wurden. So führte Giuseppe Rapallo des Weiteren an: „Anstatt der digitalen Währung nur einen Rohstoff zugrunde zu legen, haben wir uns für eine Mischung aus Technologiemetallen, Stabilitätsmetallen und Elektrofahrzeugmetallen entschieden“.

Das Besondere an Tiberius Coin

Der Tiberius Coin soll in erster Linie die Blockchain-Technologie nutzen, um Trades und Transaktionen abzurechnen. Darüber hinaus wird der Coin als Möglichkeit gesehen, um den traditionellen Rohstoffhandel (Metalle und Edelmetalle) synthetisch mithilfe des Coin abwickeln zu können. Durch die Deckung des Coins mit Metallen, gewinnt er an Stabilität und Vertrauen.

Kritiker sind skeptisch gegenüber Tiberius Coin

Dass diese Idee nicht nur auf Akzeptanz stößt, sondern auch auf Kritik, lässt sich an dem Beispiel von Adrian Ash, Forschungsdirektor bei Bullion Vault Ltd., veranschaulichen.

Es gibt Dutzende von Unternehmen, die Stablecoins im Zusammenhang mit Metallen veröffentlicht haben und bisher hat noch keine von ihnen an Boden gewonnen.

Adrian Ash

Das heikle an diesem Problem sei allerdings: „Sie versuchen, ein Problem zu lösen, das es nicht gibt – all das kann ohne die zusätzlichen Kosten eines verteilten Ledgers erreicht werden“, so Ash fortführend. Ein weiteres Problem könnte dabei die Mindestgebühr für den Tiberius Coin werden. Aufgrund der Tatsache, dass die meisten Rohstoffe in Tonnen gehandelt werden, verlangt Tiberius eine Mindestgebühr von $10.000 für den Tausch des Coins in die jeweiligen Rohstoffe.

In der Vergangenheit wurde FIAT mit Gold gedeckt

Eine Deckung durch Metalle des Tauschgutes war bereits in der Vergangenheit nichts außergewöhnliches und sorgte auch für die nötige Sicherheit. Selbst das FIAT-Geld hatte bis 1971 eine Hinterlegung in Gold, welche durch Nixon später aufgehoben wurde. Dies hatte man gemacht, damit die Währung einen Wert hat. Durch die Abschaffung des Goldstandards können Zentralbanken theoretisch unendlich viel Geld drucken. Dadurch hat im Grunde genommen das FIAT-Geld keinen echten Wert mehr. Wenn man also das Geld unendlich viel drucken kann, verfällt der Wert, da es an nichts gekoppelt ist, an das sich die Währung orientiert.

Nachrichtenquelle:
bloomberg.com

Bildquellen:
#224236354 – © Angelov / Fotolia.com – Titelbild

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