EOS Block-Produzent macht fragwürdige Geschäfte mit dem Handel von RAM

 

Einige Entwickler erzielten mit dem Verkauf ihres RAMs erhebliche Gewinne. Everipedia, eine zukünftige Blockchain-basierte Alternative zu Wikipedia, begann im Juni mit dem Kauf von RAM. Ziel war es, die eigenen Everipedia IQ-Token auf den Markt zu bringen. Aber als die RAM-Preise in die Höhe geschossen sind, beschlossen sie stattdessen zu verkaufen. Sie gingen raus mit einem enormen Gewinn. Die Frage ist nun: Konzentriert man sich auf die Entwicklung neuer dApps oder will man nur schnell Geld machen?

 
 

Ein wenig Hintergrundinformation...

Was ist RAM?

EOS ist eine Plattform speziell für dezentrale Anwendungen, die man als „dApps“ bezeichnet. Aber um dezentrale Applikationen auf seiner Blockchain laufen zu lassen, benötigt man erstmal RAM-Speicher. Je größer das Programm, desto mehr RAM (ähnlich wie Arbeitsspeicher) wird für eine korrekte Funktionalität benötigt. Wenn nun der Bedarf nach dApps auf EOS steigt, ist der RAM für deren Betrieb knapp. Aus diesem Grund entsteht eine große Nachfrage für RAM.

Anstieg der RAM-Preise - Geld gegen Vision

Da es sich um eine knappe Ressource handelt, sind die RAM-Preise in der vergangenen Woche in die Höhe geschossen. Für RAM, das Gold der EOS Wirtschaft, ist ein spekulativer Markt entstanden. Sie erreichten einen Spitzenwert von 900 EOS pro Megabyte. Dan Larimer (CTO von EOS) hat vorgeschlagen, den Algorithmus für die Preisfindung zu überarbeiten. Die EOS RAM Rich List, zeigt, dass Benutzer Hunderte von Megabytes an RAM horten.

Diese nicht gut durchdachte Eigenschaft des EOS-Netzwerkes, könnte das Wachstum von EOS behindern. Dies liegt womöglich auch daran, dass eine einfache Eröffnung eines neuen Kontos eine Gebühr von 4kb erfordert. Zu Spitzenpreisen wären das etwa $30.

 
 

Die Profite von Everipedia und anderer

Anstatt sich auf die Entwicklung neuer dApps und die Erweiterung des Netzwerks zu konzentrieren, haben einige Entwickler ein profitableres Geschäftsmodell gefunden: den Handel mit Netzwerkressourcen.

Everipedia zusammen mit seinen Partnern Ikigai Asset Management und Dollar Vigilante, bilden LibertyBlock, einen der führenden Blockhersteller von EOS.

"Ich habe 500 MB RAM für Everipedia gekauft. Irgendwann trafen wir die Entscheidung, dass der RAM-Markt überteuert war und es für uns besser wäre, wenn wir uns später wieder zurückkaufen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir verkauft."

Kedar Iyer, Director of Software bei Everipedia


Außerdem sagte Herr Iyer über Telegram:
"Wir dachten, es könnte bis zu 50% steigen und wollten kaufen, solange es noch billig ist (etwa 20 EOS/MB) … Bei 700 haben wir entschieden, dass es ein Witz werden würde, und verkauften was wir noch übrig hatten.“

Das EOSFlare-Konto von Herrn Iyer zeigt, dass er 10.000 EOS für den Kauf von 500 MB RAM ausgegeben hatte. Der Erlös aus dem Rückverkauf war 81.000 EOS. Everipedia machte auf diese Weise etwa 600.000 $.

 
 

Der CEO von Everipedia meldet sich zu Wort

Sam Kazemian, CEO von Everipedia, verteidigte die Geschäfte, während er gleichzeitig zustimmte, dass der RAM-Markt außer Kontrolle geraten war.

"Wir unterstützen nachdrücklich die Erhöhung der RAM-Grenze. Als Entwickler ist es wichtig, dass es sowohl für reale Zwecke als auch für Marktspekulationen genutzt wird. Märkte bringen allokative Effizienz, aber zu viel ohne echten Konsum oder Entwickler-Einsatz und das ist schädlich für das Wachstum."

Sam Kazemian

Ein weiterer Blockproduzent, EOS Nation, hat kürzlich ebenfalls mit großem Gewinn RAM gehandelt. Obwohl EOS Nation versucht hat, seine Gewinne in einem Gemeinschaftsfonds zu verteilen, hat der Handel zu starker Kritik seitens der Gemeinschaft geführt.

Einige Blockhersteller haben sich vom RAM-Markt distanziert. EOS New York, ein weiterer führender Blockproduzent meinte in einer Erklärung:

"Wir glauben, dass die auf der EOS Plattform verfügbaren Ressourcen für ihren Nutzen genutzt werden sollen, nicht für ihre Fähigkeit, Gewinne zu erzielen."

EOS New York

 
 

Zusammenfassend

Weder EOS Nation noch Everipedia werden beschuldigt, etwas falsch gemacht zu haben. Es wurden keine Gesetze oder Regeln gebrochen. Sie haben höchstens eine unausgesprochene Erwartung verletzt, dass Ressourcen für die Netzwerkentwicklung sind.

Die Meinungen gehen hier stark auseinander. Es stellt sich nun die Frage: War es wirklich falsch dies zu tun? Vergessen wir nicht, letztendlich sind diese Leute auch zum Teil Geschäftsmänner und haben eine Chance genutzt, die sich ihnen angeboten hatte.

 
 

Die Community ist im Aufruhr. Steht wirklich Geld vor der hauptsächlichen Vision bei den Block Produzenten? Oder war es ein notwendiger Schritt, um das eigene Projekt mit mehr Kapital weiterzuentwickeln?

Was hättest du anstelle der Entwickler gemacht? Lass es uns in den Kommentaren wissen oder tausch deine Meinung mit unserer Community in Telegram aus.

 


Nachrichtenquelle:
cryptobriefing.com
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