Ethereum Hard Fork namens „Muir Glacier“ erfolgreich aktiviert

Der Hard Fork Muir Glacier von Ethereum wurde erfolgreich abgeschlossen, wodurch die
Bild von unsplash.com (bearbeitet)

Das Ethereum Mainnet hat gerade das Muir-Glacier Hard Fork hinter sich gebracht, weniger als einen Monat nach dem Istanbul-Update am 8. Dezember.

Das Muir-Glacier Update wurde am 2. Januar 2020 im Block Nummer 9.200.000 aktiviert, mit nur einem Improvement Proposal (EIP 2384). Der Verbesserungsvorschlag zielt darauf ab, die „difficulty bomb“ zu verzögern, einen eingebauten Algorithmus der Ethereum-Blockchain, der die Difficulty beim Minen eines neuen Blocks drastisch erhöhen könnte, wenn er nicht berücksichtigt wird. Mit der Aktualisierung soll die difficulty bomb um weitere 4.000.000 Blöcke, also etwa 611 Tage, verzögert werden.

Da das Netzwerk in Bezug auf Benutzer, dApps und Smart Contracts gewachsen ist, wurde es als notwendig erachtet, die Difficulty-Anpassungen zu verzögern, um die Blockzeiten aufrechtzuerhalten. Dies betrifft nur die ETH 1.0 Proof-of-Work Blockchain und wird nach der Umstellung auf den Proof-of-Stake nicht mehr notwendig sein. Dies ist bereits die dritte Verzögerung der difficulty bomb, die das Ethereum-Netzwerk durchlaufen hat, wobei die ersten beiden in den Jahren 2018 und 2019 stattfanden. Das Muir-Glacier-Update, das drei Wochen nach dem letzten Update Istanbul stattfand, war auf eine Fehlberechnung bei der Planung Istanbuls zurückzuführen, sagte Ethereum-Entwickler Pooja Ranjan in einem Medium-Post.

Werden alle Börsen mitziehen?

Die Entwicklergemeinde schätzte zunächst, dass die difficulty bomb Mitte 2020 spürbar werden würde. Stattdessen wurde das Problem bereits im Oktober bemerkbar und zwang die Community, sich früher als geplant mit dem Problem auseinanderzusetzen. Um den Block 8.600.000 herum sind die Blockzeiten von 13 auf 14,3 Sekunden angestiegen, wobei sie weiter exponentiell steigen würden, wenn der Mechanismus seine Aufgabe erfüllt. Ohne diesem Upgrade hätten die Blockzeiten bis Februar 2020 bei 30 Sekunden gelegen und das Netzwerk drastisch verlangsamt.

Einige Entwickler haben ihre Bedenken über die difficulty bomb geäußert und eine vollständige Entfernung dieses Algorithmus gefordert. Angesichts des kurzen Zeitrahmens entschied sich das Entwicklerteam jedoch schließlich dazu, mit einer weiteren Verzögerung der difficulty bomb fortzufahren, erklärte Ranjan. Von den großen Börsen haben bisher nur Binance, Kraken, Bittrex und Bitso ihre Unterstützung für den Muir-Glacier erklärt. Andere Börsen wie Coinbase, Bithumb, Huobi, Poloniex, Gemini und Bitfinex haben noch keine Erklärung zur Implementierung der neuen Software abgegeben. Während die Unterstützung nur eine Frage der Zeit zu sein scheint, bleibt abzuwarten, wie sich die verzögerten Implementierungen auswirken werden.