Krypto-Lizenz der Niederlande könnte Startups aus dem Gleichgewicht bringen

Mit der geplanten Krypto-Lizenz müssten Krypto-Unternehmen aus den Niederlanden große Mengen an Kundendaten speichern und diese bei Bedarf sogar den Behörden aushändigen.

Der niederländische Finanzminister Pete Hoekstra wurde seinerzeit aufgefordert, im Dezember, ein offizielles Lizenzsystem für Krypto-Dienste zu realisieren. Details zur geplanten Lizenz für Kryptowährung-Unternehmen in den Niederlanden wurden in einem Bericht der Nederlandse Omroep Stichting (NOS), der am 18. Januar erschien, veröffentlicht.

In dem Bericht wurde festgestellt, dass einige Menschen der niederländischen Krypto-Gesellschaft besorgt sind, dass die vorgeschlagenen Regelungen zu stark auf den Rücken junger Krypto-Unternehmen lasten könnten. Dies könnte eventuell sogar dazu führen, dass Startups die Niederlande meiden, um ihr neues und junges Krypto-Unternehmen zu gründen.

Drohen enorme Überwachungsanforderungen und Meldepflichten?

Es sieht wohl so aus, als müssen Börsen und Wallet-Anbieter sich hohen Überwachungs- und Berichtsanforderungen stellen müssen. Diese Anforderungen führen zu Meldepflichten, wenn es sich um eine „ungewöhnliche“ Transaktion handelt.

Das Lizenzsystem würde die Anbieter von Wallets und Börsen für Kryptowährungen zwingen, die Transaktionen ihrer Benutzer genau zu überwachen und alle Transaktionen, die nicht dem Durchschnitt entsprechen (d. h. verdächtige Aktivitäten), den zuständigen Behörden zu melden.

Die Lizenz soll eine präventive Maßnahme gegen Terrorismusfinanzierung und Geldwäsche durch Kryptowährung sein. Die NOS berichtete, dass die Besorgnis über diese Art von Finanzkriminalität zugenommen hat – die niederländische Financial Intelligence Unit stellte fest, dass die Zahl der „ungewöhnlichen“ Transaktionen mit Kryptowährungen von 300 auf 5.000 pro Jahr gestiegen ist.

Richard Kohl: Die Regelungen sind zu umfangreich für junge Unternehmen

Startups wie Börsen und Wallet-Anbieter aus den Niederlanden wären auch dazu verpflichtet, Aufzeichnungen über Kundendaten zu führen. Auf die auf Anfrage von den Behörden, die möglicherweise eine Untersuchung durchführen müssen, sollte man hier jederzeit zugreifen können.

Um solch eine Krypto-Lizenz zu erhalten, werden Kryptowährungs-Unternehmen daraufhin getestet, ob sie in der Lage sind, die Anforderungen an die Überwachung und Führung von Aufzeichnungen zu erfüllen.

Während viele Stimmen in der Kryptowährungs-Branche glauben, dass mehr Regulierung für die Branche gesund ist, glaubt Richard Kohl, Mitglied der Bitcoin Nederland Foundation, dass das vorgeschlagene Lizenzsystem „dramatisch für junge Unternehmen“ ist und dass die Kosten, die mit der Schaffung der von der Regierung geforderten Datenspeichersysteme verbunden sind, Krypto-Startups massiv schaden würden.

Kohl ist auch der Ansicht, dass das vorgeschlagene System die Privatsphäre der Nutzer potenziell gefährden könnte:

Banken und Finanzinstitute haben bereits jetzt den vollen Überblick über Kunden- und Transaktions-Informationen … Du wirst dich möglicherweise wundern, wie gut unsere persönlichen Daten geschützt und verwendet werden…

Nachrichtenquelle:
nos.nl
financemagnates.com

Bildquellen:
#227401971 – © Andrey Popov / Fotolia.com – Titelbild

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