Marktmanipulation am Krypto-Markt

 

Automatisierte Handelsprogramme dominieren mittlerweile immer mehr die Krypto-Welt. Viele Methoden des automatisierten Hochfrequenzhandels sind im Aktien- und Future-handel schon lange verboten, denn die Folgen können durchaus fatal enden.

 
 

Der automatisierte Handel – eine lukrative Einnahmequelle

Bereits 1815 nutze Nathan Mayer Rothschild Brieftauben, um einen Informationsvorsprung über den Ausgang der Schlacht von Waterloo zu erlangen. Heute, gut 200 Jahre später, kommen andere Mittel, wie beispielsweise computerunterstützte Programme im Krypto-Markt, zum Einsatz. Im jüngsten Bericht des Wall Street Journal sollen automatisierte Handelssoftwares (Bots) die Preise der Kryptowährungen manipulieren. In weiterer Folge wird die mangelnde Regulierung als Ursache für den missbräuchlichen Handel genannt. In einem Interview sagte Andy Bromberg, Mitbegründer des Startup CoinList:

„Das ist momentan genau die weit verbreitete Aktivität am Markt. Es schadet sowohl den Ruf des Marktes, als auch dem einzelnen Investor“
 
 

Kampf der Bots

Stefan Qin, Managing Partner beim Krypto-Hedgefonds Virgil Capital, kämpfe schon seit Anfang des Jahres mit feindlichen Bots. Virgil Capital habe sich am Krypto-Markt speziell auf die Arbitrage spezialisiert und dabei sei ein besonders lästiger Bot aufgefallen. Immer, wenn der Hedgefonds versuchte einen Kauf zu tätigen, stornierte der gegen-überhandelnde Bot den Auftrag.

Per sé wäre gegen die Nutzung der Bots nichts einzuwenden. Allerdings beginnt es kritisch zu werden, wenn diese die Marktteilnehmer beeinflussen können. Das im Virgil Capital genannte Beispiel ist allerdings kein unbekanntes Phänomen. Das sogenannte „Spoofing“ soll dabei möglichst viele Marktteilnehmer auf eine falsche Fährte locken. Dabei stellt man ein vorgetäuschtes Interesse im Orderbuch dar und kurz vor der Handelsabwicklung löscht der Computer innerhalb von Millisekunden die Order. Andere Marktteilnehmer sehen allerdings nur die halbe Wahrheit, denn ob die Transaktion tatsächlich abgeschlossen oder gelöscht wurde, ist nicht bekannt. Durch eventuell mehrmaligen wiederholen dieses Prozesses mit sehr hoher Positionsgröße, können dadurch Marktteilnehmer auf eine bestimmte Fährte gebracht werden und der Computer anhand einer eventuellen Gegenposition davon profitieren.

 
 

Sinnlos Manipulation zu verbieten

Der Händler Kjetil Eilersten, welcher laut eigenen Angaben selber ein Manipulationstool entwickelt hat (Quatloo), hält die Besorgnis allerdings für einen falschen Ansatz. Statt die Marktbeeinflussung zu verbieten, solle man lieber selber solche Instrumente zur Verfügung haben um die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern. Dem Wall Street Journal begründete er die Argumentation mit folgendem Satz:

„Wenn jeder manipuliert, manipuliert niemand.“

Inwiefern auch ein gewisser technischer Vorteil gegeben sein muss, dem kleinere Händler auch nachkommen können, bleibt jedoch unklar.

 
 

Ausmaße im Aktienmarkt bekannt

Welche folgen der Hochfrequenzhandel in anderen Märkten hat, konnte man bereits mehrmals im Aktienmarkt beobachten. Im Jahr 2010, bei dem sogenannten „Flash Crash“ verlor der Aktienindex S&P500 in 6 Minuten, 6% seines Wertes. So schnell wie der Einsturz war, genauso schnell kam auch wieder die Erholung. Nach insgesamt 20 Minuten war das Ereignis dann auch zu Ende. Heutzutage ist das Spoofing an Aktien- sowie Terminbörsen verboten und wird auch streng gefahndet. Eventuell würde eine Regulierung der Krypto-Börsen einige Probleme aus dem Weg räumen.

 
 

Wie ist deine Meinung zur Marktmanipulation? Sollte Spoofing am Krypto-Markt verboten werden?

 
 
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Nachrichtenquelle:
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