Monero-Mining ist stark zentralisiert – Gefahr eines 51% Angriffs?

Monero News: Ist XMR wirklich zentralisiert?
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Im Moment kontrollieren nur zwei Mining-Pools knapp 60% der Hashrate im Monero-Netzwerk, aber wie ernst ist dieses Problem?

Monero, die Kryptowährung mit Fokus auf Privatsphäre, besitzt derzeit ein hohes Maß an Zentralisierung. Etwa 60% der Gesamt-Rechenleistung gehören nur zwei Mining-Pools. In der Vergangenheit haben die Entwickler von Monero versucht, die Zentralisierung zu bekämpfen, die von ASIC-Hardware verursacht wird.

ASIC-Miner sind Mining-Geräte, die viel effizienter sind als traditionelle CPU-Miner, weil die Mikrochips der ASICs gezielt für spezifische Hashing-Algorithmen entwickelt wurden. Eine CPU hingegen ist eher als allgemeines Rechengerät konzipiert, das eine Vielzahl von Dingen tun kann, aber nicht auf eine bestimmte Aufgabe spezialisiert ist.

Der CryptoNight-Algorithmus wurde deshalb mit einem Hard-Fork durch RandomX ersetzt. RandomX sollte den Grundstein für den dauerhaften Ausschluss von ASIC-Minern aus dem XMR-Netzwerk legen. Hardware-Zentralisierung wurde erfolgreich bekämpft, doch die Bildung großer und zentralisierter Mining-Pools wurde nicht verhindert, sondern eher verschlimmert.

Hardware-Zentralisierung vs. Pool-Zentralisierung

Man muss sich bewusst werden, dass Zentralisierung durch Hardware oder durch den Zusammenschluss vieler Miner entstehen kann. RandomX hatte nur das Ziel, Zentralisierung durch Hardware im Monero-Netzwerk zu verhindern.

Eine Hardware-Zentralisierung liegt dann vor, wenn bestimmte Fraktionen über Hardware verfügen, die viel effizienter ist als ein CPU-Miner, sodass die regulären Betreiber einfach nicht konkurrieren können. Dies verschafft ASIC-Minern einen unfairen Vorteil gegenüber anderen Minern, um neue Blöcke zu finden und Blockbelohnungen zu erhalten.

Eine Pool-Zentralisierung liegt dann vor, wenn eine Mehrheit der Miner aufgrund der Attraktivität höherer Auszahlungen führenden Pools beitritt. Größere Pools entsprechen höheren Hashrates, was bedeutet, dass sie mit größerer Wahrscheinlichkeit neue Blöcke finden werden. Infolgedessen erhalten wenige ausgewählte Pools am Ende die Mehrheit der Rechenleistung und somit auch den Großteil der Blockbelohnungen.

Derzeit steht Gewinn über Dezentralisierung

Das Problem der Zentralisierung beim Mining, mit dem Monero derzeit konfrontiert ist, ist weitaus komplexer, als es auf den ersten Blick erscheinen mag. Auch wenn zwei Pools den Großteil der Hashrate kontrollieren, bestehen die Pools aus einzelnen Minern, die jederzeit die Pools wechseln könnten.

Sie könnten beschließen, ihre Rechenleistung umzuverteilen, indem sie sich kleineren Mining-Pools anschließen. Dies würde die Dezentralisierung erhöhen, doch der Gewinn in größeren Mining-Pools ist höher, weswegen den Minern zurzeit die Motivation fehlt, in kleinere Mining-Pools zu wechseln.

Die beiden Mining-Pools, die derzeit 60% der Hashrate des Netzwerks kontrollieren, könnten theoretisch als Angreifer agieren und einen 51%igen Angriff auf das Monero-Netzwerk starten. Auf diese Weise würden sie die Macht erhalten, das Blockchain Ledger zu manipulieren, bestimmte Transaktionen zu blockieren und sogar doppelte Ausgaben zu tätigen.

Monero hat zwei zentralisierte Mining-Pools.
MineXMR und SupportXMR nehmen zusammen fast 60% der Netzwerk-Hashrate ein.
Quelle: Reddit

Dezentralität könnte bei Angriff über Gewinn stehen

Obwohl die Zentralisierung ein Grund zur Besorgnis ist, ist das Problem bei Monero äußerst vielschichtig und vielleicht nicht so gravierend, wie es im ersten Moment scheint. Die Entwickler von Monero sind sich der zunehmenden Zentralisierung bewusst und haben versucht, diese zu bekämpfen, indem sie ihre Hashing-Algorithmen mehrmals angepasst haben. Dies wird in der Zukunft nicht aufhören und es findet bei Monero stets ein Kampf gegen die Zentralisierung statt.

Die Mining-Pools sind zwar groß und zentralisiert, jedoch haben die vereinzelten Miner einen eigenen Willen und die Möglichkeit selbst zu entscheiden, welchem Pool sie ihre Rechenleistung zur Verfügung stellen. Wenn ein großer Pool zu einem schlechten Akteur werden sollte (51% Angriff), würden die Miner mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit den „bösen“ Pool verlassen und in einen kleineren Pool wechseln, um das Netzwerk zu dezentralisieren und damit das Monero-Netzwerk zu schützten.