Raiffeisen Bank interessiert an dezentraler Identitäts-Lösung (KYC)

Der Leiter des Blockchain Hubs bei der Raiffeisen Bank enthüllte, dass sie die Blockchain-Technologie für eine dezentrale Verifizierung nutzen wollen.

In einem Vortrag auf dem ANON Blockchain Summit in Wien, gab Stefan Andjelic, Leiter des Blockchain Hubs bei Raiffeisen Bank International, einige Einblicke in die Pläne der Bank bezüglich der Anwendung von Blockchain.

Raiffeisen Bank International ist die führende Bank in Zentral- und Osteuropa. Im Mai 2018 gründeten sie einen Blockchain Hub, um das Potenzial der Blockchain-Technologie im täglichen Geschäft, aber auch im allgemeinen Banksektor zu erforschen und auch erfolgreich zu nutzen.

Dabei interessiert sich die Bank vor allem dafür, wie die Blockchain ihnen im Bereich des KYC Identity Managements helfen kann, so Andjelic.

Einmalige KYC für mehrere Dienste

Das Know Your Customer-Verfahren (kurz KYC) wird von Finanzinstituten durchgeführt, um sicherzustellen, dass der Kunde die Person ist, die sie vorgibt zu sein. Ansich nichts Schlechtes, wenn man bedenkt, dass dadurch illegale Aktivitäten verhindert werden sollen.

Diesbezüglich sagte Andjelic:

Im Grunde genommen ist dieser strenge KYC-Prozess nicht das Problem selbst. Was der große Punkt sein kann, ist, der wiederkehrende zeitaufwendige KYC-Prozess, wenn ich zum Beispiel eine Krankenversicherung abschließe oder das Konto bei einer Bank wechseln möchte (Frei übersetzt).

Dem Vortrag zufolge möchte Raiffeisen Bank International dies mit einer einheitlichen gemeinsamen Plattform, die auf der Blockchain basiert, lösen. Dort können Einzelpersonen und Unternehmen ihre Identität einmalig hochladen und mit anderen Dienstleistern ganz simpel teilen.

Vorteile einer gemeinsamen Identitäts-Plattform

Andjelic erklärte, dass heutige KYC-Managementsysteme sehr kostspielig und ineffizient seien, dies jedoch mit einem Blockchain-basierten Ökosystem gelöst werden könnte.

Während Nutzern die mehrfachen KYC-Prozesse erspart bleiben würden, könnten Finanzinstitute ihre Betriebskosten und den generellen Aufwand reduzieren.

Raiffeisen beteiligt an 2 Projekten

Bisher hat sich die Raiffeisen Bank International an zwei Projekten beteiligt, die auf die Verbesserung der aktuellen KYC-Prozesse abzielen.

Das erste Projekt „myIDsafe“ ist in Österreich ansässig und zielt darauf ab, ein sicheres, selbstbewusstes digitales Ökosystem zu schaffen. Dabei hat der Nutzer eine digitale Identität, über die er die volle Kontrolle besitzt.

Ein anderes Projekt namens „CordaKYC“ wurde im Zuge des R3 Konsortiums gestartet, bei dem Raiffeisen Bank International Mitglied ist.

Andjelic erklärte:

Es handelte sich also um einen Versuch, bei dem die Banken den Zugang zu den KYC-Testdaten des Kunden anfordern konnten, während die Kunden den Zugang zu ihren Daten jederzeit genehmigen und widerrufen konnten. (Frei übersetzt)

Die Kunden konnten ihre Testdaten jederzeit aktualisieren, während diese automatisch für alle Banken aktualisiert wurden, mit denen die Identität bereits geteilt wurde.

Allerdings steht noch die Anpassung der verschiedenen nationalen Vorschriften offen, die die Schaffung eines weltweiten Identitäts-Ökosystems verzögern könnten.

Nichtsdestotrotz ist Raiffeisen International positiv gestimmt, dass mit zunehmender Reife der Technologie solche globalen Lösungen durchaus möglich sein werden.


Nachrichtenquelle:
ANON Blockchain Summit

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