Russland wird von Bombendrohungen geplagt – Erpresser verlangen Bitcoin

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Jemand schickte Bombendrohungen quer durch Russland und verlangte 870.000 Dollar an Bitcoins, die angeblich aus der damaligen WEX-Börse gestohlen wurden.

Seit fast einem Monat drohen anonyme Erpresser damit, Gerichte, Schulen, Einkaufszentren, Verkehrsknotenpunkte und einen Fernsehsender in die Luft zu jagen, es sei denn jemand schickt 120 gestohlene Bitcoins, aus der nicht mehr existierenden Kryptobörse WEX, an ihre Adresse.

Es wurde bisland niemand verletzt und es wurden auch keine Bomben gezündet. Doch seit Beginn der Drohungen am 28. November mussten 750.000 Menschen die Gebäude evakuieren, berichtet die russische Nachrichtenagentur Interfax. Gerichtsgebäude in Moskau und St. Petersburg wurden als erstes bedroht. Bisher wurde in einer einzigen Transaktion am 9. Dezember eine unbedeutende Menge an Bitcoin von etwa 0,48 USD an die Adresse gesendet.

Für den angeblichen Diebstahl von Bitcoin beschuldigen die anonymen Akteure den russischen Oligarchen Konstantin Malofeev und den ehemaligen Offizier des russischen Föderalen Sicherheitsdienstes (FSB), Anton Nemkin. Sie berufen sich auf einen Bericht der BBC, der im November veröffentlicht wurde. Die Geschichte zitierte die Aussage des angeblichen Verwalters von WEX, Alexej Bilytschenko.

Laut Bilyuchenko zwangen ihn zwei FSB-Offiziere, alle Bitcoins aus den Wallets der Krypto-Börse, dem Nachfolger einer anderen gescheiterten Exchange namens „BTC-e“ auszuhändigen. Er behauptete auch, dass Malofeev und Nemkin von ihm verlangten, die Datenbank der WEX-Benutzer an sie auszuhändigen.

Im vergangenen Jahr fror WEX die Auszahlungen ein und stellte schrittweise seine Aktivitäten ein. Dies geschach kurz nachdem WEX von seinem früheren CEO Dmitri Vasilev an Dmitri Khavchenko verkauft wurde, einem Miliz-Kämpfer im Bürgerkrieg in der Ukraine, der bekanntermaßen Malofeev nahe steht.

Zwischen Juli und Oktober 2018 verließen Kryptos im Wert von Millionen von Dollar die Wallets von WEX. Die Nutzer begannen schließlich Polizeiberichte einzureichen. Der Ex-CEO von WEX, Vaselev, wurde diesen Sommer in Italien auf Anfrage der russischen Polizei verhaftet, aber bald darauf wieder freigelassen.