Schweden testet eigene digitale Zentralbank-Währung (CBDC)

Schweden CBDC
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Schweden hat einen Testlauf gestartet, um die elektronische Version seiner nationalen Währung zu erproben, der „E-Krona“.

Die schwedische Zentralbank, Riskbank, hat ein Pilotprojekt für eine E-Krona gestartet, was das Land einen Schritt näher an die Schaffung einer digitalen Zentralbank-Währung (CBDC) bringt. Die Tests werden ein Jahr lang dauern und sollen im Februar nächsten Jahres abgeschlossen sein. Wenn die E-Krona dann in Umlauf kommt, wird sie dazu verwendet werden, alltägliche Bankgeschäfte wie Überweisungen sowie Ein- und Auszahlungen aus einer digitalen Wallet wie einer Handy-App zu simulieren.

Angesichts des deutlichen Rückgangs bei der Verwendung von Bargeld und der Konkurrenz durch alternative Währungen wie Facebooks Libra, haben Zentralbanken auf der ganzen Welt die Ausgabe eigener digitalen Währungen in Erwägung gezogen. So spielt China bereits seit einigen Monaten mit dem Gedanken, einen CBDC zu starten, gefolgt von Ländern wie Japan, Großbritannien und Südkorea. Schweden ist das zweite Land, nach den Bahams, das tatsächlich eine CBDC testet.

Sollte der Probelauf erfolgreich sein, wird die E-Krona, die alle Bankgeschäfte im Land ersetzen soll, öffentlich freigegeben. „Das Ziel des Projekts ist es, zu zeigen, wie eine E-Krona von der breiten Öffentlichkeit genutzt werden kann“, sagte die Riksbank in einer Erklärung. E-Krona-Zahlungen werden so schnell und bequem sein wie das Versenden eines Textes auf dem Handy, bestätigte die Riksbank.

Es ist unklar, wann das Land bereit sein wird, seine digitale Krona einzuführen und welche Auswirkungen sie auf die gesamte schwedische Wirtschaft haben wird. Wenn es aber ein Land gäbe, das auf diesem Gebiet einen Durchbruch erzielt, dann wäre es sehr wahrscheinlich Schweden, da es das am wenigsten von Bargeld abhängige Land der Welt ist. Nach Angaben der Zentralbank ist Schweden mit nur 1% aller Transaktionen mit Banknoten praktisch bargeldlos.