Studie: Krypto-Trading-Bots manipulieren wild auf Kryptobörsen

Trading Bots verzerren das Handelsvolumen und fördern Kursmanipulationen an zentralen und dezentralen Kryptobörsen, so der aktuelle Bericht von Forschern der Cornell Tech und mehreren anderen Universitäten.

Laut einer neuen Studie, die am 15. April auf Bloomberg veröffentlicht wurde, werden Arbitrage-Bots immer häufig für manipulative gewinnbringende Strategien an dezentralen Börsen (DEX) eingesetzt. Darüber hinaus werden ähnliche Praktiken wahrscheinlich auch auf zentralisierten Kryptobörsen angewandt, sagte Ari Juels, Professor an der Cornell Tech.

Dezentrale Börsen machen zurzeit nur einen kleinen Prozentsatz des gesamten Krypto-Handelsvolumens aus. Doch dies kann sich schnell ändern und das Handelsvolumen von dezentralen Exchanges könnte in wenigen Monaten bereits deutlich zunehmen. Selbst erfolgreiche Unternehmen wie Binance, die bereits eine zentrale Kryptobörse führen, arbeiten an ihrer eigenen DEX.

Solche Trading-Bots können auf zentralisierten wie auf dezentralisierten Exchanges großen Schaden anrichten. Die Forscher identifizierten einige Strategien, darunter das sogenannte „Front Running“. Hier ist es möglich, dass Händler die Orders von anderen sehen können und ihre eigenen Aufträge somit zuerst platzieren.

Ari Juels, Professor an der Cornell Tech, sagt:

Wir haben keine Ahnung, wie groß das Ausmaß der Straftaten an zentralen Börsen ist … Wenn wir aus dem, was wir bei dezentralisierten Kryptobörsen gesehen haben, hochrechnen, könnte es durchaus in der Größenordnung von Milliarden von Dollar liegen.

Die Studie ist die neueste rote Flagge in einem Markt, der seit seinem Beginn vor einem Jahrzehnt von Vorwürfen der Manipulation heimgesucht wurde, einschließlich eines aktuellen Berichts, der sagte, dass fast 90 Prozent des Handelsvolumens gefälscht sind.

Doch nicht nur das, auch eine Analyse von der „Blockchain Transparency Institute“ ergab Ende des Jahres 2018, dass 23 von 25 Börsen ihr Handelsvolumen mit Wash-Trading verfälschen. Kleinanlegern und großen Investoren wird der Einstieg in digitale Währungen mit solch bekannten Praktiken nicht wirklich schmackhaft gemacht. Es weckt das Gefühl bei Anlegern, dass hier nicht alles korrekt verläuft.

Könnte Regulierung das Problem mit Manipulationen nicht lösen?

In einer Branche, wo es sich hauptsächlich um Dezentralisierung dreht, ist es sehr kompliziert, neue Plattformen wie Kryptobörsen oder auch die digitalen Währungen sinnvoll zu regulieren.

Eine Regulierung könnte das Problem mit Trading Bots, Wash-Trading usw. zwar lösen, doch würde es nicht mit der Philosophie der Dezentralisierung übereinstimmen. Auf lange Sicht würde man hier genau das Gegenteil bewirken, wofür Dezentralisierung eigentlich steht.

Es wäre hier nicht verkehrt, an neuen Techniken und Entwicklungen zu forschen, die eine Regulierung „unnötig“ macht, indem sich beispielsweise eine Exchange selbst mit einem programmierten Algorithmus auf natürlicherweise reguliert und solchen Problemen entgegenwirkt.


Nachrichtenquelle:
bloomberg.com

Bildquellen:
#224586715 – © sp3n / Fotolia.com – Titelbild

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