US-Notenbank bald mit eigener digitalen Währung, dem FedCoin?

Federal Reserve Fed
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Die US-Zentralbank (Fed) ist die aktuellste große Zentralbank, die die Ausgabe einer eigenen digitalen Währung in Erwägung zieht.

Als Bitcoin das erste Mal das Licht der Welt erblickte, hätte kaum jemand gedacht, dass die neu geschaffene virtuelle Währung bedeutende Veränderungen in der Finanzwelt hervorrufen oder die Zentralbanken dazu zwingen würde, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Doch nach mehr als einem Jahrzehnt, geschieht genau das. Nun denkt selbst die Federal Reserve (Fed) darüber nach, eine eigene digitale Währung auszugeben – den „FedCoin“.

„Angesichts der wichtigen Rolle des Dollars ist es wichtig, dass wir in Bezug auf CBDC (Central Bank Digital Currency) an der Spitze der Forschung und Politikentwicklung bleiben“, sagte die Gouverneurin der Fed, Lael Brainard, am Mittwoch. Sie fuhr fort, dass die Fed, wie andere Zentralbanken auch, Blockchain-Technologien und ihre möglichen Einsatzmöglichkeiten für digitale Währungen erforscht, „einschließlich des Potenzials für einen CBDC“.

Brainards Bemerkungen deuten auf eine größere Offenheit der Federal Reserve gegenüber digitalen Währungen hin. Noch im Jahr 2018, sagte die US-Notenbank, dass es keinen zwingenden Bedarf gäbe, eine eigene digitale Währung herauszugeben. Doch seitdem Facebook im Juni 2019 das erste Mal ankündigte, dass es eine weltweit digitale Währung „Libra“ einführen möchte, treiben die Zentralbanken, einschließlich der Fed, ihre eigenen digitalen Währungen hektisch voran.

Beamte der US-Notenbank äußerten wiederholt die Befürchtung, dass Libra die Privatsphäre und den Schutz der Verbraucher gefährden könnte. Brainard sagte, das Facebook-Libra-Projekt habe dem Gespräch über digitale Währungen Dringlichkeit verliehen. „Wir arbeiten mit anderen Zentralbanken zusammen, um unser Verständnis der digitalen Währungen der Zentralbanken zu verbessern“, fügte sie hinzu.