Vodafone verlässt als achtes Unternehmen die Libra Association

Austritt von Libra Association
wutzkoh - stock.adobe.com

Der Mobilfunk-Riese Vodafone ist das jüngste Unternehmen, das sich von Facebooks digitalen Währungsprojekt „Libra“ verabschiedet.

Die Zahl der Mitglieder der Libra Association schrumpft weiter. Sowohl Vodafone als auch Libra bestätigten am Dienstag, dass der britische Telekommunikationsriese nicht länger Mitglied der Vereinigung ist. Vodafone wird stattdessen die Ressourcen, die für Libra vorgesehen waren, für seinen eigenen digitalen Zahlungdienst M-Pesa verwenden. Die Trennung verläuft offenbar einvernehmlich.

Die Vereinigung begann mit 28 Gründungsmitgliedern und ist nun auf 20 zurückgegangen, nachdem PayPal, Mastercard, Visa, Mercado Pago, eBay, Stripe, Booking Holdings und Vodafone aus dem Libra-Projekt ausgetreten sind. Einige spekulieren, dass die Zahlungsunternehmen wahrscheinlich auf Grund von regulatorischen Bedenken das umstrittene Stablecoin-Projekt verlassen haben.

Die Türen bleiben offen

Steve Shepperson-Smith, ein Sprecher von Vodafone, sagte, dass der Telekommunikationsriese die Entwicklung der Libra Association weiterhin beobachten wird. Er fügte auch hinzu, dass sie die Möglichkeit einer zukünftigen Zusammenarbeit nicht ausschließen. Ein Leiter der Abteilung Politik und Kommunikation der Libra-Association, Dante Disparte, äußerte sich in einer Erklärung über die Entscheidung von Vodafone.

„Obwohl sich die Zusammensetzung der Mitglieder der Vereinigung im Laufe der Zeit ändern kann, stellt die Gestaltung der Regierungsführung und Technologie von Libra sicher, dass das Libra-Zahlungssystem widerstandsfähig bleibt. Die Vereinigung setzt ihre Arbeit fort, um eine sichere, transparente und verbraucherfreundliche Umsetzung des Libra-Zahlungssystems zu erreichen.“

Dante Disparte

Obwohl die Einführung von Libra für 2020 geplant war, was viele jedoch anzweifeln, macht die Libra Association weiter. Das Unternehmen beabsichtigt dieses Jahr sogar neue Mitglieder aufzunehmen, sagte eine Person, die mit der Situation vertraut ist. Die Warteliste liegt derzeit bei über 1.500 Unternehmen. Allerdings müssen sich etwa zwei Drittel der bestehenden Mitglieder bereit erklären, einen neuen Teilnehmer aufzunehmen.

Passend zum Thema:

Facebook enthüllte Libra im Juni 2019, wie Decentralbox berichtete. Der Libra-Stablecoin soll als weltweites Zahlungsmittel dienen und würde durch einen „Währungskorb“ bestehend aus fünf Staatswährungen (US-Dollar, Euro, britischer Pfund, japanischer Yen, Singapur-Dollar) gestützt werden. Das Ziel von Libra ist es, ein finanzielles Ökosystem aufzubauen, das Milliarden von Menschen einbinden und befähigen kann.